Ausstellung Jüdisches Leben in Tauberbischofsheim

Eröffnung am 13. Mai 2026 um 10.30 Uhr im Foyer der Sparkasse Tauberfranken


Am 17. Mai 2026 findet die Stolpersteinverlegung für Familienmitglieder der jüdischen Familie Brückheimer 
in Tauberbischofsheim statt. Dies nimmt der Verein zum Anlass, der Bevölkerung einen kleinen Einblick
in die religiösen Traditionen und Symbole des Judentums zu geben und das Schicksal der jüdischen Mitbürger 
nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.
Die Ausstellung "Jüdisches Leben in Tauberbischofsheim aufgezeichnet am Beispiel der Familie Brückheimer"
ist bis zum 12. Juni 2026 während der Öffnungszeiten der Sparkasse Tauberfranken in Tauberbischofsheim 
zu besichtigen.

Gedenken an ehemalige jüdische Mitbürger am 17. Mai
Erstmals verlegt Gunter Demnig in der Kreisstadt Stolpersteine. Angehörige reisen aus dem Ausland an.

Ein kleiner, eher zufälliger Anstoß kann einen Stein ins Rollen bringen. So geschehen beim Thema „Stolpersteine"
in Tauberbischofsheim. Bereits 2009 hatten Igersheim, Bad Mergentheim und Wertheim den Anfang im Main-
Tauber-Kreis gemacht. In den kommenden Jahren folgten Külsheim, Creglingen, Weikersheim und im Frühjahr
dieses Jahres Grünsfeld. Wider das Vergessen, lautet die Devise. Auch in Tauberbischofsheim hatte es immer 
mal wieder Ansätze gegeben, dieses Thema aufzugreifen, doch der politische Wille fehlte viele Jahre. 
Das hat sich unter Bürgermeisterin Anette Schmidt geändert.

Joram Brückheimer und seine Lebensgefährtin Margret Lakner gaben 2023 die Initialzündung zur schnell 
aufkeimenden Initiative. Auf einer Radtour entlang der Romantischen Straße kamen sie auch in die Kreisstadt. 
Jahrzehnte zuvor, so erinnerte sich Joram Brückheimer, hatte er mit seinem Vater den Grabstein seines Großvaters 
Max auf dem Jüdischen Friedhof gerichtet, den er nun seiner Lebensgefährtin zeigte. Sein Großvater war einer
der letzten Tauberbischofsheimer Juden, die dort beigesetz wurden.

Gemeinderat stimmte einhellig zu
Zu Hause in Tel Aviv zeigten sie der Familie Fotos, berichteten von Begegnungen. Mit ihren Neffen, 
die sich sehr für die Familiengeschichte interessieren, kamen sie ein paar Monate später wieder in die Kreisstadt.
Ihr Ansinnen war nicht nur der Besuch vor Ort, sondern auch, Stolpersteine für ihre gedemütigten, verfolgten, 
verschleppten und vielfach ermordeten Verwandten verlegen zu lassen. Ein Termin bei der Stadt weckte Hoffnung. 
Den Grundsatzbeschluss zur Verlegung von Stolpersteinen in der Kreisstadt fällt der Gemeinderat kurz 
vor Weihnachten 2024. Die Tauberbischofsheimer Stadträte stimmten nicht nur der Satzung der Stiftung 
„Spuren" zu, in der die Regeln für die Verlegung von Stolpersteinen festgelegt sind, sondern auch 
der „Erweiterung des Gedenkens an Opfer des Nationalsozialismus".

Das bedeutet kein ausschließliches Erinnern und Gedenken an die jüdischen Bürger Tauberbischofsheims.
Vielmehr soll allen von den Nazis verfolgten Gruppen gedacht werden. Dazu gehören Obdachlose, Zeugen Jehovas,
Menschen mit körperlicher oder geistiger Behinderung, Zwangsarbeiter, Deserteure, Prostituierte, Sinti und Roma
oder Menschen, die aufgrund ihrer Religion, politischen Einstellung, Hautfarbe oder religiösen Ausrichtung 
nicht ins nationalsozialistische Weltbild passten.

Recherche zu Schicksalen ehemaliger jüdische Mitbürger
Voraussetzung für die Verlegung von Stolpersteinen durch den Künstler und Spuren-Initiator Gunter Demnig
ist die belegbare Recherche jedes Schicksals von verfolgten, deportierten, drangsalierten oder ermordeten 
ehemaligen Mitbürgern sowie deren Familiengeschichte. Eine weitere Voraussetzung lautet, dass überlebende 
Familienangehörige, Angehörige, denen die Flucht gelang oder in Sicherheit gebrachte Kinder sowie Menschen, 
die aus Verzweiflung Selbstmord begingen, mit einbezogen werden. Für alle Opfer kann bei der Stiftung „Spuren" 
ein Antrag auf Verlegung eines Stolpersteins gestellt werden.

Da die Stadt klargestellt hatte, dass sie die Recherchearbeit und die Dokumentation nicht leisten könne,
gründete sich eine „Stolpersteingruppe", zu der mit Werner Bartholme, Gunter Schmidt 
und Kerstin Haug-Zademack drei Vorstandsmitglieder des Vereins „die schul. - Gedenkstätte Synagoge Wenkheim" 
gehören. Mit dabei sind auch Frank Schwartz, der Stadtführungen zu Tauberbischofsheim im Dritten Reich anbietet, 
Vertreter von Schule, Kirche, weitere Engagierte und auch die Stadt, vertreten von Dr. Sabine Münch, gehören.

Menschen erhalten ein Gesicht
Zunächst wurden die Schicksale der Familie Brückheimer recherchiert, wobei Kerstin-Haug-Zademack 
auf der Vorarbeit von Manfred Hau aufbaute und einen aussagekräftigen Stammbaum erstellte. Der sollte durch 
weitere Fakten aus ganz unterschiedlichen Quellen ergänzt werden. Joram Brückheimer und sein Neffe Elron 
steuerten Fotografien bei, sodass die ehemaligen jüdischen Mitbürger nicht anonym bleiben, sondern ein Gesicht
erhalten. Fröhliche, lachende Menschen sind da zu sehen, Kinder und Jugendliche, die Spaß haben,
Familien bei wichtigen Ereignissen, wie der Bar Mizwa.

Die vielschichtigen Koordinationsarbeiten zur Verlegung übernahm Dr. Sabine Münch. Daneben mussten
die Biografien mit dem Historiker der Stiftung Spuren abgeglichen werden, der Ablauf festgelegt und Plakate 
entworfen werden. Am Sonntag, 17. Mai, ist es soweit. Zwölf Stolpersteine werde an vier Orten verlegt. 
Um 15 Uhr treffen sich Familie Brückheimer mit zahlreichen Angehörigen, der Stolpersteingruppe, 
Vertretern der Stadt und allen Interessierten am Marktplatzbrunnen. Die ersten beiden Verlegungen 
von Gunter Demnig finden in der nahen Manggasse 2 und der gegenüberliegenden Hauptstraße 45a statt.
Die Kurzbiografien der einstigen Mitbürger werden von Schülerinnen und Schülern verlesen,
das jüdische Totengebet - das Kaddisch - wird gesprochen, Musik gespielt und eine Rose niedergelegt.
Von da geht es zu den weiteren Verlegeorten in der Hauptstraße 96 und der Gartenstraße 3. 
Zum Abschluss treffen sich alle um 17.15 Uhr im Gründerzentrum. Joram Brückheimer
wird eine kurze Ansprache halten. Außerdem sind Fotografien seiner Angehörigen ausgestellt.

Schulen durch Rahmenprogramm eingebunden
Um die erste Stolpersteinverlegung in einen größeren Rahmen einzubinden, wird am Mittwoch, 14. Mai,
um 19 Uhr der Film „Die Wohnung" im Filmtheater Badischer Hof gezeigt. Inmitten unzähliger Briefe, Fotos 
und Dokumente entdeckt der Filmemacher Arnon Goldfinger bei der Wohnungauflösung seiner Oma
in Tel Aviv Spuren einer unbekannten Vergangenheit im Nazi-Deutschland. Eintritt wird erhoben. Den Film
„Lauf Junge, lauf" des Oscar-Preisträger Pepe Danquart schauen im Laufe dieser Woche 180 Schülerinnen 
und Schüler aus unterschiedlichen Schularten. Finanziert werden die Schul-Vorführungen mit Fördergeldern 
der Landeszentrale für politische Bildung. Der Film basiert auf der wahren Lebensgeschichte eines neunjährigen 
Jungen, der aus dem Warschauer Ghetto in die umliegenden Wälder flüchtet. Eine Bäuerin verhilft ihm zu einer 
neuen Identität als katholisches Waisenkind. Dennoch muss der Junge erfahren, dass ihm nicht alle wohlgesonnen
sind, sondern manch einer Verrat im Sinn hat.

Die Stolpersteinverlegung wird von der Bürgerstiftung Tauberbischofsheim unterstützt. Zur Finanzierung weiterer
Verlegungen von Stolpersteinen wurde eigens ein Konto eingerichtet auf dem unter dem Verwendungszweck 
„Stolpersteine" Spenden möglich sind:
Sparkasse Tauberfranken, IBAN: DE50 6735 2565 0002 1300 94, Swift-BIC: SOLADES1TBB
Volksbank eG, IBAN: DE46 6739 0000 0070 6050 40, Swift-BIC: GENODE61WTH

 

Zeichen gegen das Vergessen
Die Schau aus dem Limbachhaus zum jüdischen Leben in Tauberbischofsheim ist jetzt in der Schalterhalle
der Sparkasse Tauberfranken zu sehen.

Mit der Ausstellung „Jüdisches Leben in Tauberbischofsheim" werde ein Zeichen für Toleranz und gegen 
das Vergessen gesetzt, so Uwe Göbel von der Sparkasse Tauberfranken am Mittwoch bei der Vernissage 
der Schau in der Schalterhalle des Bankhauses am Sonnenplatz.

Irmgard Wernher-Lippert, Vorsitzende der Tauberfränkischen Heimatfreunde, spannte den Bogen zur ersten
Stolpersteinverlegung in der Kreisstadt, die am Sonntag, 17. Mai, um 15 Uhr ansteht. Dies sei der Grund, 
warum die ständige Ausstellung aus dem derzeit nicht mehr zugänglichen Limbachhaus in der Schalterhalle 
der Sparkasse einem breiteren Publikum zugänglich gemacht werden solle.

Kerstin Haug-Zademack, langjährige Vorsitzende der Tauberfränkischen Heimatfreunde, Vorstandsmitglied
bei „die schul. Gedenkstätte Synagoge Wenkheim" und beim Arbeitskreis Stolpersteine aktiv, führte 
in die Ausstellung ein. Sie spannte den Bogen von der noch recht jungen Erinnerungskultur für die Opfer 
des NS-Regimes bis zum Besuch von Joram Brückheimer und seiner Lebensgefährtin Margret Lakner, 
die den Stein für die anstehende Stolpersteinverlegung ins Rollen brachten.

Mit dem Großprojekt in Neckarzimmern begann die Forschung nach Vergangenem und Verdrängtem. 
Für 137 ehemalige jüdische Gemeinden in Baden, deren Mitglieder nach Gurs deportiert worden waren, 
wurde ein riesiger Davidstern konzipiert, der aus Zwillingssteinen besteht - einer ist Teil des Sterns 
in Neckarzimmern, ein zweiter steht in der Stadt, in dem die jeweilige Gemeinde beheimatet war. 
In Tauberbischofsheim ist der Gedenkort an der Peterskapelle. Schülerinnen und Schüler beteiligten sich 
an dem Projekt, dem zwei Jahre später eine Gedenktafel mit den 22 Namen der aus Tauberbischofsheim 
Deportierten folgte.

2020 nahmen Schülerinnen des Wirtschaftsgymnasiums in einer Seminararbeit das Schicksal von Hannelore Simons,
die sich später Chana Sass nannte, in den Blick. Sie war eine von drei überlebenden Deportierten. Gemeinsam mit 
Kerstin Haug-Zademack und Johannes Ghiraldin reiste eine der Schülerinnen nach Israel, um Chana Sass 
zu besuchen, die am 3. Dezember vergangenen Jahres 100 Jahre alt geworden wäre.

In diesem Zusammenhang entstand auch die Idee, einen Raum zu gestalten, in dem das, was an jüdisches Leben 
in Tauberbischofsheim erinnert, zu zeigen und gleichsam die Religion mit ihren Festen und Ritualen, 
aber auch jüdisches Leben nahe zu bringen.

„Vor der Nazizeit waren die Juden voll ins städtische Leben integriert", berichtete Kerstin Haug-Zademack. 
Leider aber sei von ihnen außer ein paar Kleiderbügeln, Rechnungen und Schuhleisten nicht viel übrig. 
All das fülle nur eine kleine Vitrine.

Dennoch gibt es einiges zu entdecken und zu lesen. Bilder zeigen die Gesichter früherer Mitbürgerinnen 
und Mitbürger, die vor Ort gelebt und sich in das Gemeinwesen eingebracht haben. Ihre Lebenswirklichkeit 
brach nicht abrupt, sondern zunächst schleichend, dann immer radikaler, bis sie am 22. Oktober 1940, 
dem Datum der Deportation nach Gurs, zerbarst.

© Fränkische Nachrichten, Heike von Brandenstein, 5.5.2026 & 13.5.2026