Jahreshauptversammlung
Ein breiter Fächer an Aktivitäten
- Jahreshauptversammlung der Tauberfränikischen Heimatfreunde am 13.3.32026
Die Mitglieder der Tauberfränkischen Heimatfreunde versammelten sich am 13. März zu ihrer jährlichen
Hauptversammlung im Gründerzentrum am Wörtplatz. Die Vorsitzende Irmgard Wernher-Lippert begrüßte
alle Mitglieder und Gäste. Erfreulicherweise konnten einige neue Mitglieder begrüßt werden.
Nach dem Verlesen der im Jahr 2025 verstorbenen Mitglieder und dem Verein nahestehende Personen
erhoben sich alle Anwesenden zu einer Schweigeminute.
Es folgte der Jahresbericht der Vorsitzenden. Sie machte darauf aufmerksam, dass es sich um ein sehr arbeitsreiches
und herausforderndes Jahr handelte. Es gab in dem Jahr 14 Vorstandssitzungen, eine Hauptversammlung
sowie eine außerordentliche Hauptversammlung zum Thema „Kembacher Altar" und diverse Treffen
zu Vorbereitungen von Sitzungen und Gesprächen wie unter anderem das Gespräch mit der Bürgermeisterin
zu wichtigen Themen, die sowohl die Stadt als auch den Verein betreffen.
Der Bogen der weiteren Aktionen und Aufgaben war weit gespannt. Zur Saisoneröffnung hielt
Irmgard Wernher-Lippert einen sehr interessanten Vortrag über "Die Rolle Bischofsheim im Bauernkrieg 1525".
Im Sommer beteiligte sich der Verein am städtischen Kinderferienprogramm mit dem Thema
„Die kleinen Baumeister" und bot im Rahmen einer Kooperation mit der Volkstanzgruppe Tauberbischofsheim
und dem Jugendhaus einen Schnuppertanzkurs mit anschließender Besichtigung der Trachten im Schloss an.
Positiven Anklang fand auch die erste „Sagenhafte Geisternacht" Ende Oktober mit szenisch dargestellten
heimischen Sagen rund um Tauberbischofsheim und das Taubertal. Auf großes Interesse stieß der Vortrag
von Hendrik Beierstettel über „Die Geleitstraße Nürnberg-Frankfurt zwischen Würzburg und Miltenberg"
bei der herbstlichen Soirée des Vereins. In der Adventszeit beteiligte sich der Verein am Krippenweg
mit Stationen in der Fußgängerzone und im Schloss. An den zwei Weihnachtsmarktwochenenden erweckte
das Mitglied Winfried Kleitsch seine Gartenmodellbahn in der Oberen Diele im Kurmainzischen Schloss
zur Freude kleiner und großer Eisenbahnfans zum Leben.
Besonders zeitintensiv gestaltete sich das Vorhaben, den „Kembacher Altar", der um 1505 in der Werkstatt
Tilman Riemenschneiders entstanden ist, restaurieren zu lassen, um ihn der Region zu erhalten
und der Öffentlichkeit besser darstellen zu können. Es gab und gibt noch viele offene Fragen zu rechtlichen
wie auch restauratorischen Belangen, die es mit dem Badischen Landesmuseum Karlsruhe (BLM) zu klären gilt. Fördermittel konnten noch keine beantragt werden, da für Förderanträge mindestens zwei Kostenvoranschläge
vorliegen müssen. Dafür braucht es ein Restaurierungskonzept von Seiten des BLMs.
Das ist leider nicht vor 2028 zu erwarten, da das BLM selbst wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten
über mehrere Jahre geschlossen ist und keine Kapazitäten für Leihgaben und deren Restaurierung frei hat.
Einzig allein die aktuellen Fragen und Vorschläge zur Aktualisierung des Dauerleihvertrags können bearbeitet
werden. Der Vorstand wird sich mit Unterstützung des Mitglieds Dr. jur. Eugen Ehmann darum bemühen,
einen akzeptablen Dauerleihvertrag zeitnah mit dem BLM Karlsruhe abzuschließen. Erst dann können auch
Spendenaufrufe gestartet werden. Ein ausgearbeiteter Werbeflyer mit interessanten Informationen liegt
auf Abruf bereit.
Neben dem Besuch bei anderen Heimatvereinen und Mundartveranstaltungen im Zusammenhang
mit dem Odenwälder-, Bau- und Tauberländer Mundartweg nahmen Mitglieder des Vorstands auch
an überörtlichen Veranstaltungen teil, wie am Thementag des Frankenbundes in Grünsfeld
oder der Tagung des AK Museen und Schlösser in Hohenlohe-Franken.
Im Anschluss an den Jahresbericht las der Kassenwart Georg Hofmann den Kassenbericht 2025 vor. Er informierte
über das Vereinsvermögen. Kassenprüferin Marion Lippert bestätigte eine einwandfreie Kassenführung.
Der Vorstand wurde nach Abstimmung von den anwesenden Mitgliedern einstimmig entlastet.
Es gab keine Enthaltung und keine Gegenstimme.
Bevor die 1. Vorsitzende den Jahresausblick 2026 bekannt gab, nahm sie die Gelegenheit wahr,
einzelnen Mitgliedern ein besonderes Dankeschön auszusprechen. Ein Dank ging an Winfried Kleitsch
für seine Gartenbahnausstellung an den Weihnachtsmarktwochenenden sowie an Irmgard Michel,
die sich ganzjährig und falls nötig rund um die Uhr um die Belange des Schlosses kümmert.
Ein weiteres Dankeschön erging an Ute Häfner und ihre Enkelin Sarah, die sich um die Dekoration
des Vereinsschaufenster beim Buch Stein kümmern und das Schloss zu Ostern oder Weihnachten schmücken
und bei Veranstaltungen mit Hand anlegen. Auch widmet sich Ute Häfner seit vielen Jahren mit viel Herzblut
der Betreuung unseres Fundus im Hofmannshäusle. Ein besonderer Dank galt Gernot Wamser
und allen Mitgliedern und Freunden des Vereins, die durch ihre Museumsdienste das Schloss der Bevölkerung
zugänglich machen. Ohne ihre ehrenamtliche Tätigkeit wäre es nicht möglich, das Schloss an sechs Tagen
in der Woche von Palmsonntag bis Allerheiligen zu öffnen. Als Dankeschön ist eine Busfahrt in Vorbereitung.
Für das Jahr 2026 sind neben den bereits erwähnten Tätigkeiten, die Teilnahme an der Aktion Picobello,
das Palmwedelbinden für die Kommunionkinder von St. Martin und St. Bonifatius,
das Kinderferienprogramm „Die kleinen Baumeister" sowie die Mundartstunden an den Grundschulen Distelhausen
und Impfingen und die Kooperation mit der Volkstanzgruppe und dem Jugendhaus hervorzuheben.
Das von Vereinsmitglied Fr. Brigitte Schmidt gestiftete Holzkreuz, datiert um 1580, soll restauriert werden.
Ein Kostenvoranschlag wird eingeholt.
Besonders wichtig ist die Sonderausstellung im Foyer der Sparkasse Tauberfranken zur jüdischen Kultur in
Tauberbischofsheim anlässlich des Besuchs der jüdischen Familie Brückheimer zur Verlegung
der ersten Stolpersteine am 17. Mai 2026.
Da in der Oberen Diele an der Ostseite die beiden großen Fenster ausgebaut und Ersatzfenster bis zum Einbau
der restaurierten Fenster eingebaut werden, wurde eine vollständige Einhausung angebracht. Es muss mit einer
sechsmonatigen Restaurierungszeit und mit Einschränkungen gerechnet werden.
Nach einer kleinen Pause bot sich den zahlreich erschienen Mitgliedern ein besonderer Höhepunkt:
Vereinsmitglied und Heimatforscher Bernd Paeger präsentierte seine neue Stadtchronik, die in wenigen Wochen
erscheinen soll. Das Werk, das den Zeitraum von etwa 1850 bis 2026 umfasst, widmet sich in beeindruckender
Ausführlichkeit der baulichen Entwicklung der Stadt. Im Zentrum stehen öffentliche Gebäude, Amts-
und Firmenbauten, die das Gesicht Tauberbischofsheims über Generationen geprägt haben.
Es wird auch aufgezeigt, welche Firmen, Behörden und Institutionen im Laufe der Zeit in ihnen untergebracht
waren. Die Chronik wird damit zu einem lebendigen Spiegel eines stetigen Wandels- von der Gründerzeit
bis in die Gegenwart. Die Erstauflage umfasst rund 600 Exemplare und wird im Buchhandel „Schwarz- auf- Weiß"
sowie in der Tourist-Info im Rathaus erhältlich sein. Eine Liste für Vormerkungen lag aus. Der Vortrag fand großen
Anklang und beim anschließenden Umtrunk gab es viel zu alten Zeiten zu erzählen.
© Claudia Hasel, Tauberfränkische Heimatfreunde
Bernd Paeger präsentiert seine Stadtchronik